Grundbuch

Grundbuch

Auskunft zu den Eigentumsverhältnissen am Grundstück sowie zu etwaigen mit dem Grundstück verbundenen Rechten und auf ihm liegenden Lasten werden im Grundbuch festgehalten. Dabei handelt es sich beim Grundbuch nicht um einen Roman sondern vielmehr um ein amtliches öffentliches Verzeichnis von Grundstücken.

In Deutschland müssen alle Grundstücke im Grundbuch registriert sein. Im Allgemeinen führen die Amtsgerichte bzw. die ihnen angeschlossenen Grundbuchämter die Grundbücher der in ihrem Bezirk gelegenen Grundstücke. Eine Ausnahme stellt Baden-Württemberg dar – hier sind die Grundbuchämter noch den staatlichen Notariaten angeschlossen.

Das Grundbuchblatt

Jedes Grundstück erhält im Grundbuch ein Grundbuchblatt (§ 3 Abs. 1 GBO). Für das jeweilige Grundstück ist das Grundbuchblatt als Grundbuch im Sinne des Bürgerlichen Gesetzbuchs anzusehen. Jedes Grundbuch(blatt) besteht aus 5 Teilen:

1. Aufschrift

Angaben zum zuständigen Amtsgericht, zum Grundstücksbezirks (Gemarkung) und zur Nummer des Blattes sowie Zusätze, wenn es sich um ein Wohnungseigentum-, Teileigentum- oder Erbbaugrundbuch handelt.

2. Bestandsverzeichnis

Beschreibung des Grundstückes nach Flur, Flurstück, Lage, Art und Größe (vgl. Liegenschaftskataster), weiter ist hier eingetragen, wie das Grundstück entstanden ist (Teilung oder Vereinigung) und ob Rechte an fremden Grundtücken (Herrschvermerke) vorliegen.

3. Abteilung I:

Angaben zu den Eigentümern und zu den Grundlagen der Eintragung.

4. Abteilung II:

Angaben über die Eintragung von Lasten und Rechten am Grundeigentum. Hierunter fallen Dienstbarkeiten (Wohnrechte, Leitungsrechte, Wegerechte, Unterlassungspflichten etc.), Reallasten (wiederkehrende Leistungen, Zahlung einer Leibrente etc.), Erbbaurechte, Vormerkungen, Vermerke, vereinbarte Vorkaufsrechte, Beschränkungen des Verfügungsrechts des Eigentümers etc.

5. Abteilung III:

Angaben über die finanzielle Belastung des Grundstücks durch Grundpfandrechte wie Hypotheken und Grundschulden oder aber auch Rentenschulden, einschließlich der mit diesen Rechten verbundenen Vormerkungen, Widersprüche und Veränderungen.

Grundbucheintragungen

Die Eintragungen im Grundstück genießen öffentlichen Glauben. Damit müssen sie nicht in jedem Fall mit den tatsächlichen Verhältnissen und der Rechtslage übereinstimmen, was zu Problemen führen kann. So können sich Eintragungen im Grundbuch auf den Wert eines Grundstücks auswirken. Deshalb nehmen Sachverständigen für die Grundstücksbewertung Einsicht in das Grundbuch des zu bewertenden Grundstücks. Dazu benötigt der Sachverständige für die Grundstücksbewertung eine Vollmacht seitens des Eigentümers.

Grundsätzlich erhält jeder Einsicht in das Grundbuch, der ein berechtigtes Interesse (belegtes Kaufinteresse/Vollmacht vom Eigentümer) nachweisen kann. Heutzutage werden die Grundbücher vielfach elektronisch geführt und können somit auch über das Internet eingesehen werden.